Unterwegs

Die perfekte Oldtimer-Ausfahrt planen: Route, Pausen und Checkliste

· von Thomas Leuenberger

Wer einen Oldtimer fährt, fährt nicht, um anzukommen. Es geht um das Brummen des Motors, den Geruch von Leder und Benzin, die Landschaft, die langsamer vorbeizieht als im modernen Auto. Damit eine Ausfahrt so entspannt wird, wie sie klingt, braucht es aber ein wenig Vorbereitung.

Die richtige Route

Autobahnen sind für die meisten Klassiker kein Vergnügen: zu schnell, zu laut, zu viel Verkehr. Schöner sind Nebenstrassen durch Hügelland, entlang von Seen oder über kleinere Pässe. Bewährt haben sich Rundtouren von 120 bis 200 Kilometern, mit einem Mittagshalt in der Mitte. Planen Sie die Strecke so, dass es unterwegs Möglichkeiten zum Tanken gibt, denn nicht jede Tankstelle auf dem Land ist am Sonntag geöffnet.

Gute Ideen für den Anfang: das Emmental mit seinen Hügeln und Holzbrücken, die Strecke am Südufer des Thunersees, das Zürcher Weinland oder die Hügel rund um den Hallwilersee.

Etappen und Pausen

Ältere Autos und ihre Fahrer mögen Pausen. Rechnen Sie mit einem Schnitt von 40 bis 50 km/h und planen Sie alle 60 bis 90 Minuten einen Halt ein. Ein Kaffee in einem Dorf, ein Aussichtspunkt, ein kurzer Spaziergang: Das schont den Motor im Sommer und den Rücken das ganze Jahr. Bei Hitze lieber früh am Morgen starten und die heissesten Stunden im Schatten verbringen.

Das Auto vorbereiten

  • Flüssigkeiten: Öl, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit prüfen.
  • Reifen: Luftdruck und Alter. Auch Reifen mit viel Profil werden nach acht bis zehn Jahren hart.
  • Licht und Blinker: einmal rundum kontrollieren, am besten zu zweit.
  • Batterie: besonders nach dem Winter laden oder testen.
  • Bremsen: ein paar Probebremsungen auf einer ruhigen Strasse vor der Abfahrt.

Was mitkommen sollte

Eine kleine Kiste im Kofferraum erspart viel Ärger: Starthilfekabel, Ersatzsicherungen, Keilriemen, ein Liter Öl, Kühlwasser, Werkzeug, Taschenlampe, Lappen und Handschuhe. Dazu eine Warnweste und das Pannendreieck. Eine gedruckte Karte ist bei einem Oldtimer ohnehin stilvoller als das Handy und funktioniert auch ohne Empfang.

Gemeinsam fahren

Viele Ausfahrten machen in der Gruppe mehr Freude. Vereinbaren Sie vorher Treffpunkte und eine Telefonkette, falls jemand stehen bleibt. Fahren Sie mit Abstand und nicht als dichte Kolonne, damit andere Verkehrsteilnehmer überholen können. Wer mit einem Pannendienst wie dem TCS versichert ist, sollte prüfen, ob auch Veteranenfahrzeuge abgedeckt sind.

Am Ende eines guten Tages steht das Auto staubig im Abendlicht, und man weiss wieder, warum man sich das antut.